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Republik in Südwesteuropa auf der Iberischen Halbinsel am Atlantik, 92 389 km² (inklusive "Anliegende Inseln" der Azoren und Madeiras), 10,6 Mio. fast ausschließlich katholische Einwohner, Hauptstadt Lissabon, Amtssprache Portugiesisch.
Land und Leute
Im Norden unwegsam, gebirgig und z. T. bewaldet, flacht Portugal zur zentralen Westküste ab, wo auch die Ballungsgebiete um die Hauptstadt und den Hafen Porto liegen. Der Süden ist dünner besiedelt, aber wegen seines maritimen Klimas und seiner malerischen Küsten v. a. an der Algarve ein beliebtes Urlaubsgebiet. Landwirtschaft mit Weinbau, Getreide, Zitrusfrüchten und Oliven ist wie auch die Fischerei ein wichtiger Erwerbszweig. Der Beitritt von Portugal 1986 zur EG hat einen Industrialisierungsschub gebracht: Textilien, Leder, Chemie (Düngemittel u. a.), Papier, Stahl u. a.
Geschichte
Im Altertum römische Provinz Lusitania, wurde Portugal seit dem 5. Jh. von Sueben, Westgoten und seit 711 von den Arabern beherrscht. Der Norden wurde schon bald zurückgewonnen, der Süden erst im 13. Jh. vollständig dem Königreich Portugal eingegliedert. Mit den Entdeckungsfahrten im 15. Jh. begann der Aufstieg zur Weltmacht als eines der größten Kolonialreiche: Stützpunkte in Arabien, Indien, auf den Molukken, in Ostafrika und schließlich auch in Brasilien, das zum wertvollsten Besitz wurde. Nach einer Zeit der Bindung an Spanien durch Personalunion im 16./17. Jh. wurde Portugal 1668 wieder selbstständig, hatte aber durch die spanischen Kriege an weltpolitischem Rang eingebüßt. Anfang des 19. Jh. löste sich Brasilien vom Mutterland. Der dadurch bedingte wirtschaftliche Niedergang mündete 1910 schließlich in den Staatsbankrott und führte zur Ausrufung der Republik, die im Parteienwirrwarr versank und 1926 durch eine faschistische Diktatur (seit 1932 unter Salazar) abgelöst wurde. 1949 wurde Portugal in die NATO aufgenommen. Erst 1974 befreite die "Bewegung der Streitkräfte" das Land und brachte es auf den Weg zur Demokratie, der allerdings mit dem endgültigen Verlust der restlichen Kolonien verbunden war. Der Beitritt zur EG erfolgte 1986, anfangs gute wirtschaftliche Wachstumsraten der zunehmend stabilisierten Wirtschaft verschlechterten sich in den letzten Jahren allerdings wieder.